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Veszprémi história


Die Geschichte von Veszprém

Eine altehrwürdige Stadt ist Veszprém/Wesprim: Laut Überlieferungen einst auf sieben Hügeln entstanden. Urzeitliches Leben bezeugen archäologische Funde aus dieser Gegend. Weiterlesen Kürzer

Das Kopfsteinpflaster auf dem Burggelände hingegen bewahrt auch Schritte königlicher Zöglinge. So verwundert nicht, dass sich lebendige Legenden um majestätische Personen ranken, deren Weg hinauf auf die Feste führte.

Laut einer von den Veszprémern besonders ins Herz geschlossenen Überlieferung diente die Stadt bereits Großfürst Géza, dann dessen Sohn, König István/Stephan I. und vor allem seiner Gemahlin, der 1989 seliggesprochenen Gisela, als ein beliebter Aufenthaltsort, womit erklärbar ist, dass der Ort schon um das Jahr 1000 unter der Herrschaft des ersten ungarischen Königspaares eine Blütezeit erlebte. Es veranlasste die Gründung des Bistums Veszpréms und mit unmittelbarer Unterstützung von Königin Gisela errichtete man den St. Michael-Dom und das Nonnenkloster im Veszprémvölgyi-Tal, in dem – der Legende nach – das Messgewand angefertigt wurde, das zum Krönungsmantel aller ungarischen Könige avancierte. Dieses Prachtstück der Stickkunst schenkte Königin Gisela der einheimischen Kirche und erhob damit die Siedlung – der Interpretation der Nachwelt zufolge – zur „Stadt der Königinnen”. Das Krönungsrecht des Veszprémer Bischofs, jeweils die ungarische Königsgemahlin zu krönen, wurde 1216 gesetzlich verankert. Den Kultus um Königin Gisela bewahren die im Dom behütete Reliquie wie auch die jährlich im Mai veranstalteten Gisela-Festtage.

Unter dem Veszprémer Bischof Albert Vetési (Amtszeit: 1458–1486) erhielt der Dom vorübergehend ein spätgotisches Antlitz. Schritte zur Modernisierung der Befestigungsanlagen unternahm Bischof Péter Boriszló (Amtszeit: 1512–1520) und kroatischer Ban. Die darauf folgenden Jahrhunderte brachten Zerstörungen und Wiederaufbau mit sich: So suchten den Ort Feuerbrünste, Erdbeben und Epidemien heim. Aber auch Fehden der sich um die Macht zankenden ungarischen Adligen taten ihr Übriges, weshalb im 13. Jahrhundert nicht einmal die Domstiftsschule, übrigens die erste des Landes, verschont blieb.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts richteten die Türkenverheerungen das Stadtbild fast völlig zugrunde. Deswegen stellen die Überreste der Kapelle des Heiligen Georg und die Gisela Kapelle besondere Werte dar. Mit ihrem Wiederaufbau begann man Anfang des 17. Jahrhunderts. Bischof Márton Padányi Bíró (Amtszeit: 1745–1762) veranlasste den mittelalterlichen Charakter der Burg mit ihren kleinen Häusern und Gassen abzuschaffen, wodurch der repräsentative Dreifaltigkeitsplatz mit den Palästen der Domherren und dadurch eines der größten bewohnten historischen Burg-Ensembles des Landes errichtet wurde.

Die Stimmung des 1000-jährigen Veszprém lädt zu Spaziergängen ein. Lassen Sie sich auch dazu verleiten!

Die Geschichte von Veszprém

DIE URZEIT
5. JAHRTAUSEND V. CHR. Eine Siedlung aus der Neusteinzeit/Kupferzeit auf dem Standort des Jutasi Wohngebietes.
2. JAHRTAUSEND V. CHR.  Der Sitz des Häuptlings auf dem Várhegy (Burgberg), der  gegen Mitte der Bronzezeit zu einer Festung umgebaut wurde.

DIE RÖMER IN PANNONIA
2.-4. JAHRHUNDERT N. CHR.  Villa Romana Baláca - Caesariana.

DIE ZEIT DER VÖLKERWANDERUNG
ENDE DES 6. JAHRHUNDERTS – ANFANG DES 10. JAHRHUNDERTS Awarische Funde auf dem Gebiet von Veszprém

DIE LANDNAHME DER UNGARN
895-896 Die ungarischen Stämme lassen sich im Karpatenbecken nieder. Die endgültige Landnahme findet Anfang des 10. Jahrhunderts statt. Die Familie des Großfürsten Géza nimmt die Stadt Veszprém und ihre Umgebung in Besitz.

VESZPRÉM IN DER ARPADENZEIT WÄHREND DER HERRSCHAFT VON STEFAN I. UND GISELA VON BAYERN
ENDE DES 10. JAHRHUNDERTS  Entstehung des fürstlichen und königlichen Sitzes.
997  Stephan besiegt Koppány in der Schlacht bei Veszprém.
1001-1002 Gründung des St. Michael Doms, das ist nicht nur die erste Kathedrale des Erzbistums Veszprém, sondern auch die erste Kathedrale von Ungarn.
1018 Gründung des griechischen Nonnenklosters im Veszprémvölgy (hier wurde wahrscheinlich das  Messgewand angefertigt, das zum  Krönungsmantel der ungarischen Könige wurde).

VESZPRÉM IN DER ARPADENZEIT
1216  Das Recht des ständigen Bischofs von Veszprém, die Königin zu Krönen, wird auch von einem päpstlichen Gesetz bestätigt. So wurde Veszprém zur Stadt der Königinnen.
1239 Das Katharinen-Kloster des Dominikanerordens wurde gegründet. Margareta von Ungarn, die Tochter des Königs Béla IV., ist in diesem Gebäude aufgewachsen.
1276 Das Heer von Peter Csák greift die Burg von Veszprém an, sie plündern die Kathedrale und setzen die erste Hochschule des Landes in
Brand.

VON DER ANJOUZEIT BIS ZUR SCHLACHT BEI MOHÁCS
1458-1486 Während der Zeit von Albert Vetési, dem gelehrten Veszprémer Bischof der Renaissance, wird die Stadt zum Kulturzentrum. Im Jahre 1476 krönt er Königin Beatrix.

VON DEN TÜRKENKRIEGEN BIS ZUM FREIHETSKAMPF VON FERENC RÁKÓCZI II.
1527-1683  Die Burg von Veszprém wechselt ihren Besitzer elfmal.
1683  Die endgültige Vertreibung der Türken aus Veszprém.
1701 Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Leopold I., lässt die Grenzburg von Veszprém sprengen.

DER WIEDERAUFBAU VON VESZPRÉM IM 18. JAHRHUNDERT
1745-1762 Márton Biró von Padány wird zum Bischof von Veszprém. Unter ihm entsteht das auch heute sichtbare Erscheinungsbild des Burgviertels.
1762-1773  Ignaz Koller war der letzte Bischof, der zugleich Gespan war. Er lässt zwischen 1776 und 1778 den Bischofspalast im Barockstil erbauen.  
1767 Die Wasserleitung nach den Plänen von Tummler wird gebaut.

VESZPRÉM IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 19.JAHRHUNDERTS
1813 In der Számmer Druckerei von Veszprém erscheint ein bedeutsames Dokument der ungarischen Spracherneuerung, namens Mondolat.
1814  Entstehung des Stadttheaters und einer Theaterkörperschaft der Stadt.
ZWISCHEN DEM 3. NOVEMBER 1842. UND DEM 5. MÄRZ 1848 Sándor Petőfis Aufenthalt in Veszprém.
NACH DEM 17. MÄRZ 1848. Die Beteiligung der Veszprémer an der Revolution und dem Freiheitskampf.

VON DER KAPITULATION BEI VILÁGOS BIS ZUR  JAHRHUNDERTWENDE
DIE ZWEITE HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS
Die Siedlungsstruktur von Veszprém verändert sich: neue Straßen werden geöffnet, es entstehen neue Gebäude. Die Wasserleitung und die Kanalisation werden fertiggestellt, eine Niederlassung des Maschinenbaus, kleine Betriebe entstehen.
1887 Das Komitatsrathaus wird aufgebaut.

„DIE GLÜCKLICHEN ZEITEN DES FRIEDENS” IM VESZPRÉM DES FRÜHEN 20. JAHRHUNDERTS UND DER ERSTE WELTKRIEG
1903 Die Entstehung des Museumsverbandes des Komitats Veszprém (Veszprémvármegyei Múzeumi Egyesület).
1908  Die Tore des Theaters werden eröffnet, das Straßenbahnnetzwerk wird ausgebaut.
31. DEZEMBER 1916 der Bischof von Veszprém, Baron Karl Hornig krönt die letzte ungarische Königin, Zita von Bourbon-Parma.

VESZPRÉM IN DER ZWISCHENKRIEGSZEIT UND WÄHREND DES ZWEITEN WELTKRIEGES
1925 Das Gebäude des Komitatsmuseums wird fertig gebaut.
1935 Das Bakonyer Haus wird erbaut.
1936  Das Burgtor, auch Tor der Helden genannt, wird zum Gedenken der Opfer des ersten Weltkrieges übergeben.
1938 Zum 900. Jahrestag des Todes von Stefan I. werden zahlreiche Denkmäler renoviert, auf dem Várhegy wird die Statue des Königs Stefan I. und seiner Gemahlin Gisela enthüllt. Die Brücke, die 1937 übergeben wurde und den Namen Viadukt trug, wird in Sankt Stephan Talbrücke umbenannt.
1944 ENDE OKTOBER - 6. DEZEMBER Die Stephanskrone wird in Veszprém aufbewahrt.

VESZPRÉM VON 1945 BIS HEUTE
1946. FEBRUÁR 1. Der Ausruf der Republik.
1949  Bildung der Universität für chemische Industrie Veszprém, heute Pannonische  Universität.
NACH DEM 23. OKTOBER 1956   Teilnahme der Veszprémer an der Revolution und dem Freiheitskampf.
4. NOVEMBER 1956  Die Sowjetischen Truppen besetzen die Stadt.
NACH 1957  Der Bau von öffentlichen Institutionen und Wohngebieten.
1958  Der Kittenberger Kálmán Zoo wird eröffnet.
1967-1968  Die Gestaltung des neuen Stadtzentrums nimmt ihren Lauf.
1975  Die Denkmäler der Burg und der Innenstadt werden renoviert.
NACH 1989 Auszug der seit 1945 anwesenden sowjetischen Truppen in Verbindung mit dem Ende des Kommunismus in Ungarn, Veszprém wird zum Komitatssitz,  das Bistum von Veszprém wird auf den Rang des Erzbistums aufgewertet, die alten Straßennamen werden wiederhergestellt.
NACH 2010 Veszprémvölgy und die Innenstadt werden komplett erneuert.

Quellen: Bőszéné Szatmári-Nagy, Anikó: Veszprém város története a kezdetektől napjainkig (Die Geschichte der Stadt Veszprém von den Anfängen bis heute), Balassa, László - Kralovánszky, Alán: Veszprém, Panoráma - Magyar városok sorozat (Veszprém, Panorama - aus der Serie Städte von Ungarn)